2021


Die Herren der Patente sind die neuen Sonnenkönige.

 

Am 25 April 1955 antwortete, der Immunologe Jonas Salk, erster Entdecker und Entwickler eines Impfstoffes gegen  die Poliomyelitis (Kinderlähmung) auf die Frage wem das Patent des Impfstoffes gehöre, folgendes: « Well, the people, I would say. There is no patent. Could you patent the sun? » (Naja, ich würde sagen, den Menschen.

Es gibt kein Patent. Könnte man die Sonne patentieren? ».

Daß man die Sonne patentieren kann scheint auf den ersten Blick unmöglich und scheint eher ein abstruses Hirngespinst zu sein. Es ist aber eine Überlegung wert zu hinterfragen ob der Faktor  « Macht » es nicht möglich macht eine solche unmögliche Vorstellung möglich zu machen.

Es würde vielleicht helfen zu verstehen, daß manche Dinge in unserem Leben so sind wie sie sind und nicht anders. Dies gilt aktuell besonders für verschiedene Aspekte unseres Zusammenlebens in der Corona-Pandemie und natürlich dem Umgang mit deren Auswirkungen. Wir wollen in diesem Artikel ein generelles Hauptaugenmerk auf die Produktion und den Verkauf des Impfstoffes legen und analysieren warum nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht und nicht jeder Mensch in den Genuss dieser Medizin kommen kann.

Wir werden auch versuchen Pisten aufzuzeigen welche diesen Zugang besser ermöglichen würden indem wir voraussetzen daß ein plurales Wirtschaftssystem  hierzu notwendig wäre. .......

 

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Eine aussergewöhnliche Anregung von Minister Dan Kersch.

 

 

Überaus aufmerksam vernahmen die Mitglieder des Verwaltungsrates von ILES (Institut Luxembourgeois de l’Economie Solidaire) die Aussage von Minister Dan Kersch vom 30 Januar in Bezug auf die Innovationen der Regierung in der Coronakrise:

 

« Deen eenzegen, dee bis elo eng Iddi bruecht huet, war ech selwer ».

 

Diese Idee des Ministers ist die einer Mutualität, über die sich die Betriebe durch das Solidaritätsprinzip gegenseitig helfen würden und der Staat dann zusätzlich anpacken  könnte. Wir begrüssen ausdrücklich diesen Vorschlag, weisen aber auch darauf hin daß dieser Ansatz ausführlich in einem Artikel in der Rubrik « Analyse und Meinung » vom 3/4 Oktober im Luxemburger Wort von der ILES abgehandelt und diskutiert wurde. Dies unter dem Titel « Renaissance der Mutualität ». Wir wollen den Minister weiterhin darauf aufmerksam machen dass diese Überlegungen zur Wichtigkeit der Mutualität von der ILES nicht als isoliertes Konzept beschrieben wurden, sondern im Zusammenhang mit einer übergeordneten Idee eines dritten Wirtschaftspfeilers. Die Gefahr eine solche Idee wie die des Mutualismaus getrennt zu behandeln und sie in Krisenzeiten zu instrumentalisieren, ist in dem Sinne riskant als daß sie den Geist eines ungesunden Korporatismus heraufbeschwören kann.

 

Romain Biever

 

Präsident von ILES

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